Das „Herz der Erinnerung“ wurde zu einem Ort der Begegnung, des Trostes und der Verbundenheit
Mitten am Linzer Domplatz entstand am 29. Mai 2026 im Rahmen der „Langen Nacht der Kirchen“ ein außergewöhnliches Zeichen des Erinnerns: Ein überdimensionales Herz aus tausenden Rosen lud Menschen dazu ein, ihrer Verstorbenen zu gedenken, persönliche Botschaften zu hinterlassen und gemeinsam innezuhalten. Was als symbolische Installation geplant war, entwickelte sich zu einem emotionalen Treffpunkt, der weit über die Erwartungen der VeranstalterInnen hinausging.
„Die Stimmung war fantastisch. Die Menschen waren unglaublich offen, interessiert und berührt“, resümiert Elke Lumetsberger, die oberösterreichische Landesinnungsmeisterin der Gärtner und Floristen. „Viele Besucherinnen und Besucher blieben lange stehen, kamen ins Gespräch und setzten sich bewusst mit dem Thema Trauer auseinander.“
Ein Herz wächst mit jeder Erinnerung
Bereits am Vormittag begannen FriedhofsgärtnerInnen, FloristInnen und zahlreiche HelferInnen mit dem Aufbau des rund 40 Quadratmeter großen Blütenherzens vor dem Mariendom. Im Laufe des Tages verwandelte sich die Installation in ein lebendiges Kunstwerk: Insgesamt wurden rund 3.000 rote Rosen in das Herz eingearbeitet. Weitere 500 bunte Rosen standen den BesucherInnen zur Verfügung, um gemeinsam mit persönlichen Botschaften Teil der Aktion zu werden.
Auf kleinen Kärtchen wurden Gedanken, Erinnerungen, Dankesworte und persönliche Botschaften festgehalten und anschließend gemeinsam mit den Rosen in die angelegte Blumenwiese rund um das Herz gesteckt. So entstand nicht nur ein beeindruckendes Bild, sondern auch ein sichtbares Zeichen dafür, wie viele individuelle Geschichten und Erinnerungen Menschen miteinander verbinden.
„Jede Rose erzählte ihre eigene Geschichte. Gemeinsam entstand daraus ein Symbol, das die Kraft von Erinnerung und Verbundenheit sichtbar gemacht hat“, so Elke Lumetsberger.
Trauer sichtbar machen – und darüber ins Gespräch kommen
Ein zentrales Anliegen der Aktion war es, Trauer aus der Tabuzone zu holen und einen öffentlichen Raum für Austausch zu schaffen. Genau das ist gelungen. Besonders berührend waren die vielen persönlichen Geschichten, die vor Ort geteilt wurden. „Viele Menschen, auch sehr junge, berichteten von aktuellen Trauerfällen in ihrem familiären Umfeld und nutzten das Herz als Möglichkeit, ihren Gefühlen Ausdruck zu verleihen“, erzählt die Landesinnungsmeisterin. „Diese Augenblicke haben gezeigt, worum es bei der gesamten Aktion ging: Menschen einen geschützten Raum für Erinnerung und Gefühle zu geben.“
Handwerkliche Kompetenz und gelebte Erinnerungskultur
Neben dem Herz selbst konnten die BesucherInnen auch die Arbeit der FriedhofsgärtnerInnen und FloristInnen hautnah erleben. Während der Veranstaltung wurden live ein Trauerkranz sowie individueller Urnenschmuck gefertigt und eindrucksvoll demonstriert, wie viel handwerkliches Können, Kreativität und Einfühlungsvermögen hinter zeitgemäßer Trauerfloristik stehen.
„Unsere Aktion stärkte auch das Bewusstsein für die Bedeutung von Blumen, Ritualen und professioneller Begleitung im Abschied. Denn sie machte sichtbar, welch wichtigen Beitrag alle beteiligten Berufsgruppen zur Erinnerungskultur leisten. Sie begleiten Menschen in schwierigen Lebenssituationen und schaffen mit ihrer Arbeit Orte des Trostes und der Würde“, so Lumetsberger.
Ein Herz mit doppelter Bedeutung
Für eine zusätzliche Überraschung sorgte die gegenüber dem Herz aufgebaute Fotobox. Der Andrang war so groß, dass sich zeitweise lange Schlangen bildeten. Viele BesucherInnen wollten das beeindruckende Rosenherz als Erinnerung festhalten. Dabei erhielt die Installation eine weitere, unerwartete Dimension.
„Das Herz wurde nicht nur als Herz der Erinnerung wahrgenommen, sondern auch als Symbol der Liebe und Verbundenheit. Viele Menschen nutzten die Kulisse für gemeinsame Fotos mit ihren Partnern, Familien oder Freunden“, erklärt die Landesinnungsmeisterin.
Musik und Begegnungen
Zur besonderen Atmosphäre trug auch die musikalische Umrahmung bei. Das Ensemble der Bruckner Universität begleitete die Veranstaltung mit einfühlsamer Streicher-Musik und schuf einen würdevollen Rahmen für Begegnungen und Gespräche. Viele BesucherInnen verweilten lange am Domplatz, lauschten der Musik und nahmen sich bewusst Zeit für das Erinnern. Begrüßt werden konnte zudem Martin Dobretsberger, der Bundesinnungsmeister der Bestatter. Auch der Linzer Bischof Manfred Scheuer besuchte die Aktion und setzte damit ein sichtbares Zeichen für die Bedeutung von Erinnerungskultur, Gemeinschaft und Trost.
Ein österreichweites Gemeinschaftsprojekt
Dass die Veranstaltung zu einem solchen Erfolg wurde, war vor allem der Zusammenarbeit zahlreicher Beteiligter zu verdanken. FriedhofsgärtnerInnen, FloristInnen, BestatterInnen sowie VertreterInnen aus mehreren Bundesländern arbeiteten gemeinsam an Planung, Aufbau und Betreuung der Aktion.
„Die Zusammenarbeit war ausgezeichnet. Dieses riesige Herz war in seiner Form einzigartig und konnte nur entstehen, weil so viele Menschen ihre Ideen, ihre Zeit und ihr Engagement eingebracht haben“, freut sich Elke Lumetsberger.
Ein starkes Zeichen, das nachwirkt
Mit dem „Herz der Erinnerung“ ist es gelungen, ein sensibles Thema mitten in die Öffentlichkeit zu bringen und gleichzeitig einen Ort der Begegnung, des Trostes und der Hoffnung zu schaffen. Tausende Rosen, hunderte persönliche Botschaften und unzählige Gespräche machten deutlich, wie groß das Bedürfnis nach gemeinschaftlichem Erinnern ist.
Das Herz am Domplatz war damit weit mehr als eine florale Installation. Es wurde zu einem Symbol dafür, dass Trauer, Erinnerung und Liebe untrennbar miteinander verbunden sind – und dass niemand mit seinem Abschied allein sein muss. Zugleich erwies sich die Aktion als ein wirkungsvolles Kommunikationsprojekt, das Emotion, Handwerk und gesellschaftliche Relevanz auf eindrucksvolle Weise miteinander verband.
Rückfragehinweise: Nähere Informationen und Bilder gibt es beim Blumenbüro Österreich, Laxenburger Straße 367, 1230 Wien, Telefonnummer: +43/1/615 12 98, Fax: +43/1/615 12 99, E-Mail: office@blumenbuero.or.at, Homepage: www.ihr-florist.at.