Aktuelles, Presse

Hören, Riechen, Schmecken, Fühlen im „Garten für alle Sinne“

Nach fünf Etappen wurde das erfolgreiche betriebsübergreifende Lehrlingsprojekt „Der Garten für alle Sinne“ offiziell eröffnet, die Pflanz- und Gestaltungsarbeiten sind damit beendet. Die Innung der Gärtner und Floristen und der Blinden- und Sehbehindertenverband Vorarlberg sind sich einig: „Dieses wertvolle gemeinsame Projekt ist eine im wahrsten Sinne des Wortes spürbare Erfahrung mit unschätzbarem Mehrwert.“

Ziel des 2017 gestarteten Lehrlingsprojekts war die Gestaltung einer Gartenanlage für Blinde und sehbehinderte Menschen im Blindenerholungszentrum „Haus Ingrüne“ in Schwarzach – getreu dem Motto „Hören, Riechen, Schmecken, Fühlen“ lag die Herausforderung darin, den insgesamt rund 1.200 Quadratmeter großen Außenraum so zu gestalten, dass dieser für Blinde und sehbehinderte Menschen nicht nur einfach zugänglich, sondern vor allem sinnlich wahrzunehmen ist.

Den Initiatoren des Projekts, Innungsmeister Reinhard Brunner, Innungsmeister-Stellvertreter Florian Stadelmann sowie Anton Moosbrugger, ehemaliger Innungsmeister, war es dabei wichtig, den Lehrlingen aus verschiedenen heimischen Betrieben die Möglichkeit zu geben, theoretische Kenntnisse und praktische Fertigkeiten in einem außergewöhnlichen Rahmen zu verfeinern und unter Beweis zu stellen. Zu den Schwerpunkten während des Projekts zählten Baumbiologie, Klettertechniken, Baumpflege und –schnitt sowie das Vermessen, Einmessen und Errichten von Wegen und Mauern. Zudem standen auch Frühjahrspflege, die Pflege von bereits angelegten Pflanzenbeeten sowie theoretische Maschinenkunde auf dem Programm.

Projekt mit großem Mehrwert

Das Lehrlingsprojekt ist eine Win-win-Situation für alle Beteiligten, resümiert Reinhard Brunner, Innungsmeister der Gärtner und Floristen: „Die heimischen Lehrlinge konnten im Rahmen der verschiedenen Etappen nicht nur wertvolle Erfahrungen sammeln und ihr Wissen erweitern, sondern auch einen sehr bedeutungsvollen Garten für Blinde und sehbehinderte Menschen anlegen, der viel Raum für Inspiration und Erholung bietet. Das hat unserem Projekt einen wertvollen sozialen Aspekt verliehen, der sich auch in der Wahrnehmung der engagierten Lehrlinge deutlich widergespiegelt hat. Bemerkenswert ist aber auch das Engagement der beteiligten Betriebe für das Projekt: Das zeugt von Leidenschaft, Kreativität und Freude, vor allem aber dem Herzblut, das in diesem Berufsbild steckt. Das macht mich sehr stolz.“

Sinne ansprechen

Auch Dieter Wolter, Obmann des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Vorarlberg, zeigt sich beeindruckt von der Kreativität und der Freude der Lehrlinge und vom Einsatz der Projektinitiatoren. „Der Garten für alle Sinne ist eine große Bereicherung für unser „Haus Ingrüne“, aber auch für die gesamte Gemeinde. Hier können die Mitglieder unseres Verbandes und auch unsere blinden und sehbehinderten Urlaubsgäste in die Natur eintauchen. Sie können die Pflanzen fühlen, den Duft der Blüten und Kräuter genießen, den Wind in den Blättern hören, die Früchte probieren und sich in der Ruhe ganz einfach vom Alltag erholen. Der Garten ist aber öffentlich zugänglich und soll auch eine Begegnungsstätte zwischen sehenden sowie blinden und sehbehinderten Menschen sein. Ich möchte daher alle Wander:innen und Spaziergänger:innen, die hier vorbeikommen einladen, den Garten für eine Rast zu nutzen und wenn es sich ergibt mit uns ins Gespräch zu kommen. Das wäre ein wichtiger Beitrag zur Inklusion blinder und sehbehinderter Menschen.“

 

Über den Autor

Ähnliche Beiträge